Paid4 - schnelle Abzocke statt überlegter Existensaufbau

Wie heißt es so schön? "Wir graben uns das Wasser selber ab und legen unsere eigenen Bemühungen trocken". Nirgendwo passt dieser Ausspruch besser, als auf die sog. Investoren im Paid4. Am Besten deutlich machen dieses zwei aktuelle Beispiele aus der Szene, von denen ich Euch heute das Erste vorstellen möchte.

Jens B. aus K. wollte eigentlich bei Ebay nur nach einer neuen oder gebrauchten Angel für sein neues Hobby suchen. Er war sich sicher, seine Freizeit in Zukunft sinnvoll mit einer Angelrute in der Hand am schönen Waldsee verbringen zu wollen. Was konnte es Sinnvolleres geben? Gesunde Natur, Ruhe und dazu noch mit etwas Glück und Geschick eine leckere Auflage für die Grillroste am Abend, das musste es einfach sein. Und vielleicht lässt sich ja sogar noch ein kleines Taschengeld nebenbei verdienen, wenn seine Freunde ihm die vielen gefangenen Fische aus den Händen reißen würden.

Aber halt, mom, was war das denn gerade? Ein Paidmailaccount zu kaufen? Mit 2700 Refs? Was soll ich mir denn unter "Paidmail" vorstellen?

Nun, wozu hat man Google. Gesagt, getan, tausende Einträge zum Thema Paidmail. Ein Nebenverdienst im Internet? Interessant. Und kostenlos das Ganze. Nur viele Refs braucht man, wenn man verdienen will. Jens B. hatte sich eingelesen in die Themenwelt Paid4. lass von Klammlosen und Primera, Paidmailern und Buxseiten, Surfbars und bezahlten Facebook-Likes. Voller Tatendrang wollte er in das Geschäft mit einsteigen und hatte seinen Angelkauf längst verdrängt. Jens B. war jetzt genau der User, den wir uns alle so sehr wünschen. Klicksüchtig, begierig auf Alles, was mit dem Paid4 im Internet zu tun hat und als zuverlässiger Ref so wichtig für eine erfolgreiche Zukunft in der Internetwerbung.

Aber da war doch noch was bei Ebay, erinnerte sich Jens B. 3 Tage später. Stand dort nicht von einem erfahrenen Refjäger geschrieben: Ihr günstiger Einstieg in die Paid4 Welt, ein riesen Account mit tollem Umsatz, eine Downline die Ihresgleichen sucht. Die Angel hätte auch 150 bis 200 Euro gekostet, dachte der Jens so bei sich. Und der erfahrene Refjäger muss es doch wissen. Schließlich ist der auch bei diesen bekannten Paid4-Foren angemeldet und kauft und verkauft dort Refs, Accounts, Downlines und Punkte. Oder besser Lose. Also das musste der Einstieg in ein neues Leben werden, wie Jens in einem Blog über Internetwerbung gelesen hatte. 1000 Euro nebenbei, ohne Arbeit, nur vor dem Rechner sitzend seine wachsenden Konten beobachten, so stand da geschrieben. Und nun der Clou: Das Alles mit nur einer Anmeldung.

Die eine Anmeldung war rasch vollzogen. Und nun noch den Account bei Ebay ersteigern. Noch 5 Minuten, sein Höchstgebot 256 Euro. "Scheiß auf die Angel".

3...2...1....meins. Account gewonnen. Aber hatte er wirklich etwas gewonnen? Wir kennen diese Accounts nur zu gut, mit denen motivierte Refs schnell wieder aus dem Paid4 vertrieben werden, schneller als Sie eigentlich selber je geglaubt haben.

Von den 2700 Refs in der Downline waren ca.2000 Nicknamen rot eingefärbt und standen bei 0,00%. Von sogenannten Reggerleichen stand gar nichts in der Beschreibung des Refjägers. Von den restlichen 700 Usern waren etwa 400 zwischen 10-30% mitlerweile inaktiv geworden. Und 300 Refs waren tatsächlich zwischen 50-100% Bestätigungsrate. Schnell hatte sich Jens an die 0,00001 Euro Refverdienst pro Tag gewöhnt. Wenn er nur täglich 1-2 Stunden bei dem Anbieter aktiv wäre, dann hätte er ja schon nach 1247 Jahren den Kaufpreis raus und könnte mit dem Verdienen loslegen.

Diese Gedanken machte er sich in den kommenden Tagen noch öfter, meist wenn er mit der Angelrute in den Händen am Waldsee sitzt und das Paid4 im Internet verflucht. 

Wieder einer weniger, sage ich und fordere ein Ende mit den völlig überzogenen Preisen für Reftätigkeiten, Accounts, Downlines, Refjäger und Autoregger-Plätze. Überhaupt gehören Autoregger verboten und sollten von den Seitenbetreibern abgelehnt werden. Sie nützen nur zum Abstauben von Preisen bei Refrallys, bei denen der kleine, ehrliche Werber keine Chance hat und der Betreiber nur sein Geld verliert aber keine aktiven User gewinnt. Wenn nicht wir erfahrenen User und die Paid4-Gemeinde in den großen Foren neuen Mitgliedern eine Hilfe an die Seite stellen und sie mit Rat und Tat unterstützen statt ihnen den letzten Euro aus der Tasche zu ziehen, dann wird es schnell den Bach herunter gehen. Und Euros dürften alle User, die in den Dunstkreis des Paid4 kommen, nicht zu Hauf haben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Bank-Manager eine Paidmail für 0,00001 Euro klickt und dabei glatte 30 Sekunden auf den Bildschirm glotzt.

Immer munter bleiben,

Euer Heiner

29.11.12 07:40, kommentieren

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Ein eigener Paidmailer? - Einer meiner größten Fehler im Leben

Wohl jeder Internetuser, der irgendwann durch Zufall in die Paid4 Szene gekommen ist und dort einige Zeit bei Paidmailern und anderen Seiten aktiv war, träumt eines Tages von einem großen, eigenen Paid4 Projekt mit eigenem Internetauftritt und tausenden von Usern.

Die Erfolgsgeschichte der Paid4 Seiten von Lukas Klamm oder auch dem Primusportal mit ihren eigenen Internetwährungen lässt uns "kleine User" in unseren Vorstellungen nicht ruhen, es den beiden Anbietern gleich zu tun. Nach fast 10 Jahren als aktives Mitglied im Paid4 war es im vergangenen Jahr auch bei mir soweit. Eines Tages im Februar 2011 sah ich in einer Ebay-Au8ktion das Angebot für den Verkauf einer Primera-Seite mit etwa 300 aktiven Usern. Da hier ein komplettes Paket mit Design, fertiger Seite, aktuellem Script und einigen aktiven Usern angeboten wurde, konnte ich nicht widerstehen.  Hals über Kopf wand ich mich an den Verkäufer und bot einen Sofort-Kauf der Seite an mit einem Kaufvertrag und möglichst einem Technik-Support des Verkäufers für weitere 3 Monate. Da ich selber fast Null Ahnung von Programmieren und technischem Support solch einer Internetseite habe, war ich schon ein wenig abhängig von dem Verkäufer, der auf mich einen wirklich interessierten und netten Eindruck gemacht hatte. Wir einigten uns über einen Kaufpreis und die Übernahme der Seite auf meinem Namen mit allen vorhandenen Userguthaben von ca.300,-Euro. Dabei habe ich kalkuliert, dass dieses Userguthaben sich zumeist auf User verteilt, die noch unterhalb der Auszahlungsgrenze von 3,-Euro  lagen und erst nach und nach diese Grenze erreichen würden und dann die Auszahlung beantragen könnten. Die Erfahrung zeigte mir, dass die meisten User noch vor einem Betreiberwechsel Ihre AZ beantragen, falls sie die Auszahlungsgrenze erreicht haben, da sie natürlich nicht Wissen, was mit dem neuen Admin so auf sie zukommen kann.

Nicht so jedoch in diesem Fall. Wie sich bald herausstellte hatte der Vorbesitzer der Seite seine User gebeten, die Auszahlungswünsche bis nach dem Verkauf zurück zu stellen und später dann an mich zu richten. Als Gegenleistung dafür wurden dann die Konten der Mitglieder im Adminbereich der Seite ein wenig finaziell "aufgewertet". Der Leittragende dadurch war ich, denn nun kamen plötzlich nach dem Verkauf täglich bis zu 5 Auszahlungswünsche auf mich zu, die schnell die 300 Euro bei weitem überstiegen. Zunächst versuchte ich, diese Wünsche recht schnell, innerhalb von 24 Stunden nach dem AZ-Antrag zu erfüllen. Irgendwann musste dieser Ansturm der AZ-Wünsche ja erledigt sein und ich könnte mich dann mal auf die ersten eigenen Einnahmen der Werbenetzwerke konzentrieren, um weitere Ausgaben damit abzudecken. Weit gefehlt. Zu allem Überfluss beantragte nun der Vorbesitzer der Seite seine eigene Auszahlung. Die Auszahlung eines Kontos also, deren Vergütungen er bereits durch die Sponsorennetzwerke auf sein privates Konto bekommen hatte. Dieser Wunsch war mir völlig unverständlich, zumal ich gar nicht kontrollieren konnte, ob der Betrag auf dem Konto sich durch Aktivität zusammen setzte oder einfach im Admin-Bereich der Seite per einmaliger Eingabe und Gutschrift getätigt wurde. Zu diesem Zeitpunkt, etwa 2 Wochen nach dem Kauf der Seite hatte ich noch keinerlei eigene Einnahmen zu verbuchen und die Umstellung auf meinen Werbeabbau von meinen Netzwerken war noch am Laufen. Alle Einnahmen bis zu diesem Tag liefen über den Vorbesitzer und Admin der Seite.

Da der Auszahlungswunsch des Vorbesitzers für mich völlig unverständlich war, er hatte ja den Kaufpreis von mir erhalten und bis zu dem Tag auch die Vergütungen der Netzwerke bekommen, habe ich die AZ des Kontos abgelehnt. Nach Rückfragen bei anderen Seitenbetreibern wurde mir versichert, dass ein eigenes Konto des Seitenbetreibers als Userkonto eh nicht üblich ist, da Eigenklicks bei den Netzwerken verboten sind und nur zu Testzwecken durchgeführt werden dürfen. Und andere Einnahmen auf dieses Konto, z.B. durch Zechenspiele oder Bettel-Links resultieren ja eh schon aus dem Eigenkapital des Seitenbetreibers, z.B. sein Guthaben aus einer Refrally, die er selber ausgeschrieben und gewonnen hatte. Und die Vergütung dafür sollte ich ihm nun auszahlen? Für mich ein klarer Versuch, mich als Neuling und Anfänger über den Tisch zu ziehen.

Nach meiner Ablehnung der  Auszahlung des Userkontos des Vorbesitzers musste ich in der darauf folgenden Woche erkennen, was daraus resultierte. Statt den Zugang zum Admin-Bereich zu nutzen, um meinen Support durchzuführen, wurde mehrfach an Userkonten und Downlines manipuliert, Einträge in der Shoutbox wurden verändert oder ganz heraus genommen und den Usern neue Werber zugeordnet. So entstanden teilweise Downlines mit vielen Usern, die vorher überhaupt keine Refs besessen hatten. Mit Hilfe einiger User der Seite, die sich danach auch spontan als Zeugen zur Verfügung stellten, konnte ich die Manipulationen nachweisen, die der Vorbesitzer auch in Emails an einige User sogar zugegeben hatte. Nach meiner Rückfrage beim Vorbesitzer, wie es zu diesen Veränderungen kommen konnte, gab es erneute Zugriffe auf den Admin-Bereich, in dennen eine Rückführung der Veränderungen versucht wurde, was allerdings nur bedingt gelungen ist. Und nun kam es zu einem weiteren unerklärlichen Vorgang, der mir ebenfalls zu spät die Augen öffnete.

Auf Anraten und Angebot des Vorbesitzers hatte ich die Seite bei dem Hoster und Webspace-Anbieter gelassen, bei dem auch er die Seite angemeldet hatte. Hier hatte ich bereits per erhaltener Rechnung nach Umschreibung der Seite auf meinen Namen die restlichen Tage des laufenden Monats die Gebühren bezahlt und erwartete nun die Rechnung des Webspace-Anbieters für ein weiteres Jahr. Eine Rechnung kam jedoch lediglich über die Email-Adresse des voherigen Co-Admins. Mir dämmerte Übles. Nicht die Firma, mit der ich einen Vetrag über Webspace und Hosting hatte schickte mir die Rechnung sonder der Co-Admin, der mit dem Vorbesitzer logischerweise engen freundschaftlichen Kontakt hatte. Auf meine Anfrage hin, wem denn die Firma gehören würde, geschah innerhalb von 3 Tagen das undenkbare: Zunächst wurde meine Seite vom Netz genommen und war nicht mehr erreichbar. Das betraf auch den Admin-Bereich, in dem man Änderungen an der Seite vornehmen konnte und in dem ich auch dem Vorbesitzer die Manipulationen durch die Login-Zeiten nachweisen konnte. Keine 48 Stunden später erreichte mich ein Brief einer Inkasso-Firma. die mit 400% Aufschlag den angeblich mehrfach angemahnten Beitrag von mir einforderte. Da ich dieser Zahlung unter Protest nicht nachkam, kam es zum Mahnbescheid und zur Zwangsvollstreckung der geforderten Summe durch das Inkasso-Unternehmen.

Bis zu dem Zeitpunkt der Schließung der Seite waren alle User per Newsletter immer über den Stand der Dinge mit der Seite und dem Stand der Auszahlungen informiert. Dies war nun für mich nicht mehr möglich und verlieh der ganzen Angelegenheit den Nährboden für wilde Spekulationen über evtuelle betrügerische Handlungen von mir. Wer jedoch ein wenig über die Abläufe im Paid4 weiß, erkennt sofort, dass ich innerhalb der insgesamt 6 Wochen, die mir die Seite gehörte, gar keine Einnahmen gehabt haben kann, um die ich hätte betrügen können. Der Kaufpreis, die vielen Auszahlungen an User und die späteren Kosten der Vollstreckung beliefen sich auf ca. 1000,-Euro. Die Einnahmen der Seite waren für mich 0,-Euro, da ich natürlich bei keinem Netzwerk eine Auszahlungsgrenze erreichen konnte innerhalb der kurzen Zeit. Betrogen wurden hier also einige User durch den Verlust ihres Guthabens, aber nicht durch mein Verschulden. Wer hier die Schuld trägt, davon soll sich jeder Leser selbst ein Bild machen.

Selbstverständlich hielt ich in der Angelegenheit Rücksprache mit einem Anwalt, der sich auch im Rahmen seiner Möglichkeiten einschaltete. Sein Rat im Endeffekt war aber, dass eine Klage sich über mehrere Jahre und viele Instanzen hinziehen könnte und die Kosten dafür den Streitwert um ein vielfaches übersteigen würden. Und ob ein Urteil zu meinen Gunsten zu erwarten ist, kann Keiner garantieren. Aus diesen Gründen habe ich auf eine Klage verzichtet und die Kosten über mich ergehen lassen. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich mich im Anschluss für 1 Jahr völlig aus dem Paid4 zurück gezogen und erhoffe mir nun mit Hilfe der Paid4-Gemeinde einen Neustart, allerdings nicht mit einem eigenen Paidmailer mehr. Ich hoffe einfach, dass auch in diesem Bereich jeder Mensch eine 2.Chance verdient hat.

Tatsache bleibt für mich: Ich habe Niemanden betrogen, weil sich für mich überhaupt keine finanziellen Vorteile ergeben konnten, sondern im Gegenteil, nur Nachteile abzusehen waren. Außer in dem Jahr nach diesen Vorfällen, in denen ich durch Krankheit außer Gefecht war, war ich immer aktiver User und Ref im Paud4 und habe meine Versprechen und Aufgaben als Ref und Werber immer zu 100% erfüllt. Und genau so soll es auch in Zukunft wieder werden. Leider muss ich auch heute noch mit üblen Rachefeldzügen von damaligen Usern fertig werden, die über die Vorgänge damals nicht die leiseste Ahnung haben und in ihrem Verständnis für Lebenssituationen so kurzsichtig sind, dass nur ihre eigenen Interessen gelten. So habe ich bei Klamm.de dieser Tage wieder um die 5 Mrd. Lose durch Refkäufe und Werbeaufträge verloren, weil manche Leute meinen, mit mir noch ganz böse Rechnungen offen zu haben. Anscheinend muss ich damit bis zum Ende meiner Tage leben.

Viele Grüße

Euer Heiner


16.11.12 08:54, kommentieren